St-Osdag
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Die Legende vom Heiligen Osdag

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Wer war eigentlich der Heilige Osdag, nach dem die Mandelsloher Kirche benannt ist? Sein Name findet sich in keinem Heiligenverzeichnis, und so bleibt für manche Besucher der Kirche die Frage offen.

Der Namensgeber unserer Kirche ist ein so genannter Ortsheiliger, also jemand, der nach einer lokalen Tradition an einem bestimmten Ort verehrt wird, aber niemals gemäß den Kriterien der katholischen Kirche heilig gesprochen wurde. Die Legende erzählt, dass der heilige Osdag ein Herzog von Burgund gewesen sei, der im Jahr 880 in der Nähe von Lüneburg in einer Schlacht gegen die damals nicht christlichen Normannen gefallen sein soll. Durch diesen Tod wurde er zum Märtyrer. Er hatte eine fromme Schwester, die seinen Leichnam suchte, um ihn in seiner Heimat zu bestatten. Tatsächlich fand sie ihn, der immer noch Schild und Waffen hielt, in der Menge. Mit einem Pferdewagen fuhr sie den toten Bruder in Richtung Heimat. Sie kam jedoch nur bis Mandelsloh - hier wollten die Pferde nicht weiter gehen. Die Schwester nahm dies als ein Zeichen, begann, eine kostbare Kirche am Ort zu bauen und stiftete 15 Hufen zur Versorgung des Priesters.

Historisch dürfte diese rührende Geschichte nicht allzu viel austragen. Die Schlacht in der Lüneburger Heide gab es tatsächlich, aber in den Listen der Beteiligten findet sich kein Herzog namens Osdag. Sein Name deutet auch weniger auf eine Herkunft aus Burgund hin, denn Osdag ist ein sächsischer Name, der damals in der Gegend um Mandelsloh häufig gewesen sein dürfte. Die Legende hat weniger zum Ziel, historische Tatsachen zu berichten, sondern möchte den Wert der Mandelsloher Pfarrkirche herausheben. Und das ist ihr gelungen: Bis zur Reformation hielt sich die Verehrung des Ritters vor Ort, und so wird er im Zuge der Reformation zum Namensgeber der Kirche.

Ein Bild auf der Südwand des Chorraums in der Kirche stellt den Ortsheiligen dar; außerdem findet sich sein Name (neben Johannes dem Täufer und Anna, der Mutter der Maria) im Taufstein von 1512, in dem noch heute getauft wird.

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