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Die Kapelle in Laderholz

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Die Laderhölzer Kapelle wurde am 30.12.1885 nach sechsmonatiger Bauzeit eingeweiht. Sie ist ein einschiffiger Backsteinbau mit Turm und Apsis, im frühgothischen Stil gehalten, jedoch mit flacher Holzdecke. Der Turm hat eine Höhe von 16,40 m. Er ist bis zur Höhe von 10,20 m massiv gebaut, oben mit Schiefer gedeckt.

Im Jahr 1543 wird erstmals eine Kapelle in Laderholz erwähnt, das genaue Entstehungsjahr ist unbekannt. Die alte Kapelle stand auf einer Anhöhe, ca. 50 m südlich vom heutigen Standort. Sie musste um 1877 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Für einen Neubau kam das vorhandene Grundstück nicht in Frage, da nahe der alten Kapelle noch Gräber lagen, die bei einem Neubau hätten geöffnet werden müssen. So wurde von der Kapellengemeinde das heutige Kapellengrundstück angekauft.

Mit diesem Grundstück aber hat es seine besondere Bewandtnis. Pastor Simon berichtet, dass auf diesem Grundstück 40 Jahre vor Entstehung der Kapelle ein Wirtshaus gestanden habe, „durch welches die meisten damaligen Stellbesitzer in Laderholz zu Trunk und Spiel verleitet wurden“. In der Erinnerung der Laderhölzer Bevölkerung ist jedoch eine andere Variante überliefert. In Folge eines Streites soll in diesem Gasthaus ein Mensch zu Tode gekommen sein. Pastor Simon schreibt weiter: „ So hat Gott der Herr die Stätte, die früher Fluch über die Gemeinde gebracht hat, zu einer Stätte des Segens gemacht.“

Obwohl Laderholz im Amt Wölpe lag, gehörte es kirchlich zu dem im Amt Neustadt a. Rbge. liegenden Mandelsloh. Auch heute gehört Laderholz als Kapellengemeinde zu Mandelsloh und wird von dort seelsorgerisch betreut. An jedem 3. Sonntag im Monat ist Gottesdienst, und zweimal im Jahr, am Ostermontag und im Advent feiert die Gemeinde Abendmahl. Zum Gottesdienst um 10.00 Uhr lädt die Glocke von 1821 ein, die sonst täglich um 7.00 Uhr, 12.00 Uhr und 18.00 Uhr läutet.

Über dem Westportal blickt der Besucher auf das Relief des Lamm Gottes mit der Kreuzesfahne. Sein Kopf ist mit einem Nimbus, einem Heiligenschein, umgeben. Das Lamm ist eines der bedeutendsten Symbole christlicher Bildkunst. An dieser Stelle ist es ein Sinnbild für den geopferten und siegreich vom Tode auferstandenen, verherrlichten Christus.  Auch die Himmelsrichtungen haben symbolische Bedeutung. So ist der Westen der Ort der weltlichen Macht, die Richtung der untergehenden Sonne und des Weltabends, damit zugleich die Richtung der Gottesferne. Wer durch das Portal die Kapelle betritt, überschreitet die Schwelle vom weltlichen in den göttlichen Bereich. Dies unterstreichen auch Jesu Bildworte von der Tür und vom Zugang zum Vater: „Ich bin die Tür, wenn jemand durch mich hindurchgeht, wird er selig werden.“ (Joh. 10,9) Diese Worte Jesu und die Darstellung des Lamm Gottes über dem Portal unterstreichen seine besondere Bedeutung als „Tor zum Heil“. Wer das Portal durchschreitet, lässt eine Welt voller Gefahren und Chaos hinter sich und tritt ein in das Gotteshaus als Ort der Zuflucht und des Schutzes.

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